von Theresa Hanich
Ist es ein romantisches, auf Ewigkeit angelegtes Liebesversprechen oder doch „nur“ ein lebens- und gesellschaftsprägender Vertrag? In unserer bissigen Dramödie nehmen wir die Ehe unter die Lupe: Was hat Liebe wirklich damit zu tun?
Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm – oder manchmal sogar sehr weit? So jedenfalls scheint es bei Suna und ihrer Mutter Hannah. Suna hat ihren eigenen Lebensentwurf gefunden, weit entfernt von dem, was Hannah sich für ihre Tochter erträumt hat. Als Suna verkündet, ihren langjährigen Freund Marius heiraten zu wollen, kommt Hanna ins Wanken und es beginnt ein scharfer aber auch komischer Wortkampf um die Wahrheit, um das letzte Wort, um ein Recht haben wollen zwischen zwei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und sich doch ähnlicher sind, als sie denken. Ein Gefecht um Verantwortung: gegenüber sich selbst, dem eigenen Geschlecht, der Gleichstellung und gegenüber dem Feminismus. Suna und Hannah werfen sich ihre Wahrheiten an den Kopf, stolpern über Erwartungen und ringen um Freiheit, Liebe und Sinn.
Dieses Stück stellt Fragen, statt Antworten zu liefern – und vielleicht wirft es beim Publikum die wichtigsten davon neu auf: ist unser konventionelles Denken nicht längst veraltet? Was bleibt von der Liebe, wenn die Ehe ins Wanken gerät? Und was ist Liebe überhaupt?
Regie & Stück: Theresa Hanich
Es spielen : Elisabeth Rass & Christina Matschoß
Regieassistenz: Korinna Krauss
Musik, Technik, Video: Philipp Hanich
Kostüm, Bühne: Annett Lausberg
Lektorat: Petra Bradatsch
Dauer: ca. 80 Minuten ohne Pause
Inspiriert durch das Buch Das Ende der Ehe von Emilia Roig
Dieses Projekt wird gefördert von der Landeshauptstadt München Kulturreferat
Theater nach Motiven aus dem gleichnamigen Roman von Chris Palahniuk
„Fight Club, berühmt geworden durch David Finchers legendären Kultfilm von 1999 mit Edward Norton und Brad Pitt, ist die Geschichte eines namenlosen Ich-Erzählers, der ein normales, unauffälliges und konsumorientiertes Angestellten-Leben im 21. Jahrhundert führt. Monotonie und Routine bestimmen seinen Alltag, bis ihm eines Tages Tyler Durden begegnet. Rasch entpuppt sich Durden als psychotische Kehrseite, als dunkler Antagonist unseres Helden. Durden verkörpert alles, was der Ich-Erzähler nicht ist: wild, anarchisch, aggressiv, non-konformistisch, unangepasst, rebellisch. Zwischen den beiden entwickelt sich eine Hassliebe, eine symbiotische Beziehung, die in der Gründung der sogenannten „Fight Clubs“ gipfelt – geheimer Treffen Gleichgesinnter, die in ihrer Freizeit aggressiven, gewalttätigen Kampfveranstaltungen an lost places nachgehen. Immer tiefer gerät unser Anti-Held in einen Strudel aus Kampfeslust und Selbstisolation. Je mehr er sich seinem gewohnten Umfeld entfremdet, desto größer wird sein Selbstvertrauen.
Chris Palahniuk hat in seinem schrägen, sarkastischen und surrealen Roman den Prototypen des frustrierten, selbstentfremdeten und isolierten Menschen des 21. Jahrhunderts geschaffen. Der Angestellte als potentieller Apokalyptiker und Amok-Läufer, als Grenzgänger zwischen Oberfläche und brutalen Abgründen, als ultra-angepassten Aussenseiter in einer unmenschlichen Welt.
Immer weiter verstrickt er sich in ein schizoides Netz aus rechtem Gedankengut und Verschwörungstheorien, in Weltbetrachtungen und Gewaltphantasien jenseits aller ethischen Grenzen. Der Roman ist das schonungslose Porträt einer gestörten Persönlichkeit, deren Krankheitsbild aber gleichzeitig die Diagnose unserer kapitalistischen, sinnentleerten und sakulären Epoche darstellt. Er ist das dystopische Zerrbild einer verstörten Gesellschaft auf der verzweifelten Suche nach Erlösung, die ihre Werte gegen die Feier des ewigen Wettbewerbs und des blinden Fortschrittsglaubens eingebüßt hat.
Theater Plan B zeigt eine szenische Adaption dieses Millennial-Kultromans in schlaglichtartigen Sezenenwechseln und drei Schauspieler*innen – ein Stoff im Beat der Zeit, ein Kommentar zu einer autokratischer werdenden Welt.
Mit Friedrich Bracks, Urs Klebe und Christina Matschoss
Regie : Andreas Wiedermann
Abgespielte Termine:
STRAUBING | Dechanthof | 20. Juli 2024 | Karten über www.okticket.com
MÜNCHEN | Theater Viel Lärm um Nichts | 12. – 14. und
19. – 20. September 2024
MÜNCHEN | Teamtheater | 28. und 29. November 2024
Tickets: http://www.teamtheater.de/fight-club.html
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